Was die DLRG mit Elfjährigen macht!

Wie ein Verein mein Leben geprägt hat – und eine Serie, die zeigt, warum


Auf der KiKA-Website gibt es seit Kurzem eine Dokureihe, auf die ich hier gern hinweisen möchte: „#ehrensache“ porträtiert in zwölf Folgen die DLRG-Jugend – also die Kinder- und Jugendorganisation der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Die Reihe begleitet vier junge Menschen über einen Sommer hinweg an verschiedene Orte und zeigt, was sie dort auf die Beine stellen: von der Schwimmausbildung am Strand über den Rettungssport bis hin zum Wasserrettungsdienst an der Küste. Kein Werbefilm, sondern ein ehrlicher, lebensnaher Einblick in einen Verein, der weit mehr ist als nur „die mit den roten Badehosen am Strand“. Deshalb möchte ich die Serie empfehlen – und ein paar Worte dazu schreiben, warum mich das Ganze persönlich anspricht.

Wie alles anfing

Mein eigener Bezug zur DLRG reicht weit zurück. Im Jahr 2000 bin ich als Elfjähriger eingetreten. Ich habe dort schwimmen gelernt, war dann selber in der Schwimmausbildung und in der Jugend aktiv und bin mit 16 zum ersten Mal zum Wasserrettungsdienst an die Ostseeküste gefahren. Diese Wochen am Strand, mit Verantwortung für andere Menschen und als Teil einer starken Gemeinschaft, haben mich geprägt wie kaum etwas anderes in dieser Zeit. Hier habe ich übrigens auch meine Frau kennengelernt – aber das ist eine andere Geschichte. Was ich sagen will: Die DLRG war für mich nie nur ein Hobby unter vielen, sondern ein Ort, an dem ich zu großen Teilen der Mensch geworden bin, der ich heute bin.

Was die Serie zeigt – und was mich daran erinnert

In der ersten Folge geht es unter anderem um den ZWRD-K, den Zentralen Wasserrettungsdienst Küste. Das sind genau jene Einsätze, für die ich damals mit 16 zum ersten Mal gemeinsam mit einer Gruppe an die Ostsee aufgebrochen bin – und entsprechend vertraut kam mir vieles vor, was dort gezeigt wird. Ein anderer der vier Protagonist*innen, Janne, gibt einen Einblick in den Rettungssport. Darin war ich selbst ehrlicherweise nie sonderlich erfolgreich, und ich habe ihn auch nie besonders konsequent verfolgt. In meiner Ortsgruppe in Gütersloh stand der Rettungssport stark im Fokus, aber mein Platz war von Anfang an ein anderer: die Schwimmausbildung und der Wasserrettungsdienst. Und genau das finde ich so treffend an der Serie – sie zeigt nicht die eine DLRG, sondern viele Wege, sich einzubringen. Ob Rettungssport, Schwimmenlernen, Wachdienst am Strand oder die Arbeit mit den Jüngsten: Für nahezu jedes Interesse und jedes Talent gibt es einen Platz.

Warum das gerade für Kinder so wertvoll ist

Was in der Serie immer wieder durchscheint, ist genau das, was die DLRG für junge Menschen so wertvoll macht – und was weit über das Schwimmen und Retten hinausgeht. Die Kinder und Jugendlichen übernehmen früh echte Verantwortung, lernen, im Team zu arbeiten, und erleben, dass auf sie gezählt wird – immer begleitet von erfahrenen Aktiven, die ihnen zur Seite stehen. Sie bringen anderen das Schwimmen bei, stehen am Strand für die Sicherheit fremder Menschen ein und wachsen an Aufgaben, die ihnen anderswo in diesem Alter kaum jemand zutrauen würde. Das schweißt zusammen und gibt Selbstvertrauen. Man sieht in den Folgen junge Menschen, die mit einer Selbstverständlichkeit anpacken, die beeindruckt – und die spürbar etwas fürs Leben mitnehmen. Genau diese Mischung aus Gemeinschaft, Verantwortung und Sinn ist es, die ich Kindern und Jugendlichen wünsche.

Bis heute

Geblieben ist die DLRG für mich bis heute. Aus dem Elfjährigen von damals ist jemand geworden, der die Begeisterung weitergibt: Ich bin nach wie vor in der Anfängerschwimmausbildung aktiv, bilde in Erster Hilfe und im Sanitätsdienst aus – und einmal im Jahr fahren wir als Familie zum Wasserrettungsdienst an die Küste. Das, was mich als Jugendlichen geprägt hat, gebe ich heute selbst weiter. Und genau deshalb schreibe ich dies hier: weil ich aus eigener Erfahrung weiß, wie viel diese Zeit einem Menschen mitgeben kann, dass ich es am liebsten jedem weitersagen würde.

Schaut rein – und denkt drüber nach

Die zwölf Folgen von „#ehrensache – die DLRG-Jugend“ gibt es komplett auf kika.de. In 12 Minuten pro Folge bekommt man einen ehrlichen Eindruck davon, was junge Menschen in diesem Verein leisten – und was sie dabei selbst mitnehmen. Schaut ruhig mal rein, gern auch gemeinsam mit euren Kindern. Und wenn ihr danach das Gefühl habt, dass das etwas für euer Kind sein könnte: Bei der DLRG ist jeder willkommen. Vielleicht ist das der Anfang einer Geschichte, die genauso lange trägt wie meine.