Die Ursprünge der Erste-Hilfe-Ausbildung liegen grundsätzlich in den Erfahrungen großer Kriege mit zahlreichen Verletzten begründet, die nicht immer gleich von Sanitätspersonal oder Ärzten versorgt werden konnten und deshalb auf medizinische Laienhilfe angewiesen waren. Der Malteser Hilfsdienst wurde am 1. Januar 1953 in Münster als Hilfsorganisation des Malteserordens und der Caritas zur Erste-Hilfe-Ausbildung gegründet.
Die Erste-Hilfe-Ausbildung heutiger Prägung ist eng mit der Entstehung des modernen Rettungsdienstes verbunden. Erst als der Rettungsdienst ab den 50er Jahren nicht länger nur als Transportunternehmen verstanden wurde, sondern zunehmend die Bedeutung einer präklinischen Erstversorgung des Notfallpatienten vor der Fahrt zum Arzt oder Krankenhaus erkannt wurde, wurde die medizinische Versorgung durch Laien neu definiert. Hauptgrund für die Aufwertung des Rettungsdienstes war das veränderte Unfallgeschehen in Deutschland, vor allem durch den zunehmenden Straßenverkehr.
Die Inhalte der Ersten Hilfe blieben bis in die 80er Jahre noch von der möglichen Versorgung von Kriegs- oder Katastrophengeschehen geprägt, Grund dafür waren die möglichen Folgen eines Krieges. Im Mittelpunkt stand die Versorgung chirurgischer Notfallsituationen, beispielsweise die Versorgung von Wunden und Blutungen sowie die Ruhigstellung gebrochener Extremitäten.
Erst gegen Ende der 80er Jahre verlagerten sich die Schwerpunkte nach teilweise von Seiten der Ärzteschaft sehr kontrovers geführten Diskussionen von dieser klassischen Ersten Hilfe zur Durchführung von Maßnahmen bei internistischen Notfällen, insbesondere der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Anfang der 90er Jahre erweiterten die Malteser ihre Ausbildung zusätzlich um die Themenschwerpunkte „Seelische Betreuung“ und „Handlungsbereitschaft“. Hintergrund dieser neuen Themenschwerpunkte waren wissenschaftliche Erkenntnisse zu den Hemmschwellen zur Hilfeleistung. Die Ausbildungsvorschrift Erste Hilfe (AV 1) wurde entsprechend neu strukturiert.
Entwicklung der Inhalte der Erste-Hilfe-Ausbildung bei
den Maltesern:
von Wundversorgung ➡ zu internistischen Notfällen
von Hemmschwellen ➡ zu Handlungsbereitschaft
von Frontalunterricht ➡ zu Teilnehmeraktivierung